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Backes ist die neue Westumer „Ortsmitte“

Backes, Schwimmbadbiotop und ausgebaute Sternstraße wurden an Pfingsten offiziell eingeweiht

Für Westum war das Pfingstfest ein ganz besonderes Datum. Denn seit dem vergangenen Wochenende hat das Murre-Dorf eine neue „Ortsmitte“, das Ensemble der fertig ausgebauten Sternstraße mit dem Biotop auf dem ehemaligen Schwimmbadgelände und dem mit viel Liebe zum Detail restaurierten Westumer Backes. Mit einer Feierstunde und einem Fest wurde die „Ortsmitte“ am Pflngstsonntag offiziell eingeweiht. Ganz bewusst hatten die Westumer mit dieser Feier gewartet, bis alle Teile des Ensembles fertig gesteift waren. Und die Neuerungen sind ein Gewinn für das Dorf, machen optisch allemal etwas her und bewahren auch ein Stück kultureller Identität des Ortes und der Dorfgemeinschaft. Dies wurde bei den Reden zur offiziellen Einweihung mehr als deutlich.

„Hier ist ein wahres Kleinod entstanden“
Landrat Dr. Jürgen Pföhler brachte es auf den Punkt: „Das Gebäude, die Umgebung um den Backes herum, das ehemalige Schwimmbad und der Ausbau der Stemstraße - alles wurde dorfgerecht gestaltet. Mit ansprechendem Grün und einer Wasserfläche haben auch ökologische Aspekte Berücksichtigung gefunden. Hier ist ein wahres Kleinod entstanden. Alles zusammen bildet ein ganzheitliches Konzept. Das Ortsbild wird nachhaltig positiv verändert. Westum hat ein weiteres Stück Attraktivität und einen unverwechselbaren Charakter erhalten.“ Heribert Hillger, Vorsitzender des Westumer Backesvereins, der zurzeit 80 Mitglieder hat, betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung des Grundnahrungsmittels Brot. „Wir wollen die Fertigkeiten des Brotbackens auch an die folgenden Generationen weitergeben“, so Hillger. Vor allem für den Backesverein, der aus einen „abgeschriebenen und abrissreifen Schandfleck“ ein Kleinod gemacht hatte, gab es immer wieder sehr viel Lob. Für Heribert Hillger, aber auch für Klaus Hahn und sein Team, das ehrenamtlich sämtliche Maurerarbeiten erledigte.

Historische Bezüge des Westumer Backes
Dieses Lob fanden auch Ortsvorsteher Bernd Kriechel, Sebastian Römer als Vertreter der Stadt Sinzig und Pastor Manfred Müller, der die Einsegnung vornahm. Müller stellte dabei auch historische Bezüge her. Denn 1847 wurde in Westum mit dem Bau der Pfarrkirche begonnen, 1852 mit dem Bau des Pfarrhauses und 1855 errichtet das Dorf eben den Backes. Und den hat eine funktionierende Dorfgemeinschaft unter Federführung des Backesvereins mit öffentlichen Geldern, vielen Spenden, aber vor allem viel Einsatz wieder fitgemacht. 1855 wurde der heutige Backes erbaut, nachdem es bereits zwei frühere Backhäuser an anderen Plätzen im Dorf gegeben hatte. Im neuen Backhaus waren und sind heute auch noch 2 Tuffsteinöfen für je 50 Brote a 5 Pfund untergebracht. Und das Backesbrot war dann auch eine der Attraktionen bei den Einweihungsfeierlichkeiten. Denn das neue Dorfensemble wurde in Westum natürlich am Pfingstsonntag und am Pfingstmontag gebührend gefeiert. Der Männergesangverein „Eintracht" hatte den Festakt musikalisch umrahmt und am Nachmittag gab es ein Konzert des Blasorchesters Bruchhausen. Eine Traktor-Oldtimer-Schau, Korbmacher-Handwerk, Motorsägen-Schnitzerei, Zinngießen, eine große Postkarten-Ausstellung „Sinzig und Umgebung“ sorgten für Kurzweil und Unterhaltung, auf der Gass, im Backes und seinem malerischen Umfeld.