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Es war „eine Minute vor zwölf“, als ein engagierter Verein vor rund acht Jahren damit begann, eines der ältesten Westumer Häuser zu retten

Symbol für Gemeinsinn

Förderverein „Aale Backes“ lud zur Einweihung

Der aale Backes, ein Biotop und eine sanierte Sternstraße. Westum mausert sich zu einem der attraktivsten Stadtteile von Sinzig. „Schuld“ daran trägt ein nur noch selten zu findender, in Westum dafür um so ausgeprägterer Gemeinschaftssinn. Den bewunderte am Pfingstsonntag einmal mehr unter anderem Landrat Jürgen Pföhler.

Heribert Hillger präsentierte ihn am Sonntag mit stolz geschwellter Brust den frisch renovierten Westumer Backes. 1855 wurde das Gebäude erbaut, dass die Bevölkerung mit Brot versorgte. Nach dem Krieg geriet das Haus in Vergessenheit. Zaghafte Fingerzeige Richtung Renovierung blieben unbeachtet. 1997, nur noch „eine Minute vor zwölf", wie Hillger bekannte, rettete die Gründung des Fördervereines den Backes vor dem Abriss.

Und wie das mit Ideen immer so ist, blieb auch diese zunächst heftig umstritten. Doch alle Unkenrufe der Vergangenheit macht das von Hillger präsentierte Ergebnis nun endlich vergessen. Dorferneuerung im bestens verstandenen Sinne hat der rund 80 Mann starke Backes-Verein in den vergangenen Jahren geleistet.
Ehrenamtliche, allen voran Maurermeister Klaus Hahn, haben für Westum ein Kleinod geschaffen, das sogar dem Kreis 105 000 Euro wert war. „Mit dem Backes und der Gestaltung seines Umfeldes haben sie ein wahres Schmuckstück in ihrem Ortskern geschaffen“, begeisterte sich Landrat Jürgen Pföhler für das „Paradebeispiel einer gelungenen Dorferneuerung. Hier sieht man, was alles möglich ist, wenn ein Dorf zusammen arbeitet und zusammen steht.“

So viel Hingabe belohnte der Ortsbeirat mit zwei Hinweistafeln. Eine für den Backes, eine für den an dessen Vorplatz angebrachten Beschilderungspfahl. „Nicht aus den schwarzen Kassen des Ortsbeirates“, so Ortsvorsteher Bernd Kriechel, sei das Geld dafür geflossen. Vor allem einer Spende der Jagdgenossenschaft Westum verdanke man die beschrifteten Plexiglastafeln. Auch Sinzigs Stadtmarketingmann Sebastian Römer lobte für Bürgermeister Wolfgang Kroeger: „Die Orte besinnen sich wieder auf Ihre Kultur, ihre Geschichte und ihre Aufgaben. Eine wichtige ist es, die Traditionen zu erhalten.

Nach so viel Lob stand einem gemütlichen Beisammensein bei echtem Backesbrot trotz durchwachsenen Wetterlage nichts mehr Wege.